Man sollte niemals davon ausgehen, dass einen hier niemand versteht, wenn man Deutsch spricht. Ganz gefährlich. Meine schottische Kollegin ist mit einem Deutschen (Ulf aus Hamburg) verheiratet, wir haben eine deutsche Käsekundin (Ute aus Hamburg – wenn man jetzt noch Uli dazurechnet, ergibt das ein spannendes Muster), meine Lieblingsfinnin Rosa hat in München gelebt, ihr chilenischer Mann liebt Günter Grass, ein Café-Kunde ist Vater einer und Ex-Geliebter einer anderen Deutschen und unser italienischer Lieferant hat mich heute Morgen gefragt: "Wie geht es Ihnen, Signorina?".
Freitag, 29. April 2011
Mittwoch, 27. April 2011
Noch eine Rosa
Wer in der Werbung arbeitet, hält sich ja immer irgendwie für interessant. Ich finde mich selbst jetzt aber eher langweilig. Bei Nosh bin ich nämlich heute zum ersten Mal meiner überaus robusten und von allen als großartige Person angekündigte Kollegin Rosa begegnet. Rosa ist aus Finnland und sollte wohl eigentlich als russische Gewichtheberin zur Welt kommen. Die allerersten Worte, die ich noch vor der Begrüßung aus Rosas nicht gerade zimperlichem Mund gehört habe, waren: "Säre is one sing you must know – NEVER leave se windows* open!" Ich glaube, viel wichtiger zu wissen ist, dass man Rosa lieber nicht widersprechen sollte. Muss man aber auch gar nicht, weil Rosa nämlich ziemlich Ahnung hat. Als sie Finnland irgendwann doof fand, ist sie nach Spanien gegangen, hat in München gelebt, in Italien geliebt, hat ein bisschen hier und ein bisschen da gearbeitet und ist dann schließlich vor 23 Jahren in NZ gelandet. Hier hat sie ihren chilenischen Mann getroffen, der übrigens auch bei Nosh arbeitet, und ist geblieben. So hat Rosa sich über 30 Jahre Erfahrung in allen möglichen Bereichen der Arbeit mit Lebensmitteln zusammengesammelt. Als Köchin, Restaurantbesitzerin und als Deli Serve Over. Und noch als ein paar weitere Dinge, die ich aber nicht verstanden habe; finnisches Englisch ist jetzt nicht soooo prima. Wie dem auch sei. Diese Erfahrung macht aus Rosa einen wirklich beeindruckenden Menschen. Sie liebt Lebensmittel und behandelt sie als das, was sie sind: wertvolle Schätze, die Menschen glücklich machen. Darum kann Rosa auch zwanzigminütige Vorträge darüber halten, dass sie nicht versteht, wie Frauen teuren Schmuck und Männer teure Autos, aber billigen Käse kaufen. Ich mag Rosa. Obwohl ich schon so viele davon kenne ...
*Gemeint waren die Plexiglasscheiben, die unsere Ware vor hungrigen Fliegen bewahren. Fliegen lieben nämlich Parties. Und die feiern sie am liebsten auf unserem Käse. Meint Rosa.
*Gemeint waren die Plexiglasscheiben, die unsere Ware vor hungrigen Fliegen bewahren. Fliegen lieben nämlich Parties. Und die feiern sie am liebsten auf unserem Käse. Meint Rosa.
Dienstag, 26. April 2011
Dinge, die man in NZ lieber nicht machen sollte
1. Überall erzählen, dass man nur hier gelandet ist, weil die australischen Visa-Bestimmungen so strikt sind.
2. Einem Kiwi(-Vogel) die Vorfahrt nehmen.
3. Denken, dass man mit seinem Schul-Englisch weit kommt.
4. Das $-Gehalt, das man bekommt, in Euro umrechnen.
5. Noch mal nachrechnen, ob das wirklich stimmen kann.
6. Die Regenjacke vergessen.
7. Den Regenschirm vergessen.
8. Die Regenhose vergessen.
9. Wegen des schönen Wetters hergekommen sein.
10. Den Wine-Sale verpassen.
(Dieser Blog-Eintrag wurde Ihnen präsentiert von der Faulheit nach einem Arbeitstag an der Feinkosttheke. Demnächst wird's wieder lustiger. Versprochen.)
2. Einem Kiwi(-Vogel) die Vorfahrt nehmen.
3. Denken, dass man mit seinem Schul-Englisch weit kommt.
4. Das $-Gehalt, das man bekommt, in Euro umrechnen.
5. Noch mal nachrechnen, ob das wirklich stimmen kann.
6. Die Regenjacke vergessen.
7. Den Regenschirm vergessen.
8. Die Regenhose vergessen.
9. Wegen des schönen Wetters hergekommen sein.
10. Den Wine-Sale verpassen.
(Dieser Blog-Eintrag wurde Ihnen präsentiert von der Faulheit nach einem Arbeitstag an der Feinkosttheke. Demnächst wird's wieder lustiger. Versprochen.)
Montag, 25. April 2011
Auf, zu – auf, zu.
Ich meine mich dunkel daran zu erinnern, dass es in Deutschland vor einigen Jahren eine Debatte um die Ladenöffnungszeiten gegeben hat. Darf man am heiligen Sonntag kaufen und verkaufen?
Das ist hier in Neuseeland keine Frage: Man darf. Es scheint keine gesetzliche Reglung zu geben, wichtig ist vor allem, dass Kunden ordentlich verwirrt werden. Montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 19.00 Uhr, samstags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sonntags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr – so oder so ähnlich ist das in vielen Geschäften geregelt. Was aber noch lange nicht heißt, dass diese Zeiten auch für andere Filialen gelten. Das wäre ja nun zu einfach. Besonders spannend war das Ganze jetzt über Ostern. An Karfreitag hatte zwar der 24/7-Supermarkt geschlossen, der Buchladen im Dorf jedoch geöffnet. Ebenso, wie der kleine feine Lebensmittelladen. Der wiederrum hat allerdings (und das ist dann wohl doch gesetzlich geregelt) keinen Alkohol verkauft. Und in den Cafés und Restaurants, die nicht geschlossen hatten, durfte man satte 15 % Feiertagsaufschlag einkalkulieren. Na ja. Dafür musste man sich, nachdem gestern, also an Ostersonntag, wieder fast alles geschlossen hatte, heute im Gegensatz zu Deutschland nicht mehr langweilen, weil zum Beispiel viele Shoppingcenter bis 16 Uhr (mit Ausnahme des einen in der Innenstadt; das bis 17 Uhr) sowie unser Supermarkt – ab 13 Uhr – zum fröhlichen Geldausgegeben eingeladen haben.
Einzige Faustregel: Öffnungszeiten für jedes einzelne Geschäft, das man aufzusuchen plant, online nachsehen. Es lebe das Internet.
Das ist hier in Neuseeland keine Frage: Man darf. Es scheint keine gesetzliche Reglung zu geben, wichtig ist vor allem, dass Kunden ordentlich verwirrt werden. Montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 19.00 Uhr, samstags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sonntags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr – so oder so ähnlich ist das in vielen Geschäften geregelt. Was aber noch lange nicht heißt, dass diese Zeiten auch für andere Filialen gelten. Das wäre ja nun zu einfach. Besonders spannend war das Ganze jetzt über Ostern. An Karfreitag hatte zwar der 24/7-Supermarkt geschlossen, der Buchladen im Dorf jedoch geöffnet. Ebenso, wie der kleine feine Lebensmittelladen. Der wiederrum hat allerdings (und das ist dann wohl doch gesetzlich geregelt) keinen Alkohol verkauft. Und in den Cafés und Restaurants, die nicht geschlossen hatten, durfte man satte 15 % Feiertagsaufschlag einkalkulieren. Na ja. Dafür musste man sich, nachdem gestern, also an Ostersonntag, wieder fast alles geschlossen hatte, heute im Gegensatz zu Deutschland nicht mehr langweilen, weil zum Beispiel viele Shoppingcenter bis 16 Uhr (mit Ausnahme des einen in der Innenstadt; das bis 17 Uhr) sowie unser Supermarkt – ab 13 Uhr – zum fröhlichen Geldausgegeben eingeladen haben.
Einzige Faustregel: Öffnungszeiten für jedes einzelne Geschäft, das man aufzusuchen plant, online nachsehen. Es lebe das Internet.
Samstag, 23. April 2011
Strand mit lustigem Namen und vielen Leuten
Eigentlich wollten wir über Ostern ja hübsch ein paar Tage wegfahren – weil aber alle einigermaßen bezahlbaren Unterkünfte ziemlich ausgebucht waren, erkunden wir nun stattdessen die nähere Umgebung. Dazu zählt auch Muriwai Beach. Hat mich ein bisschen an die Great Ocean Road in Australien erinnert. Allerdings war hier heute sehr viel mehr los. Aber na ja. Ist ja schließlich Ostern und genau wie wir haben tausende Auckländer Langeweile und fahren, solange das Wetter noch einigermaßen gut ist, an den Strand. Kurz gesagt: Es war voll, aber sehr schön. Hier die Beweisfotos:
Freitag, 22. April 2011
Sag es schöner
Betreten der Schienen verboten? Jetzt verlängerte Öffnungszeiten?
Nicht in Neuseeland – wer hier etwas Wichtiges zu sagen hat, macht sich erstmal Gedanken darüber, wie er es am hübschesten ausdrückt.
Nicht in Neuseeland – wer hier etwas Wichtiges zu sagen hat, macht sich erstmal Gedanken darüber, wie er es am hübschesten ausdrückt.
Good Friday
An Good Friday (was ja viel hübscher klingt, als Karfreitag), war hier vor allem eines, nämlich bad weather. Doch wagemutig wie wir sind, haben wir dennoch heldenhaft Mount Eden, unseren Vorgarten-Vulkan, bestiegen.
Na gut, wir sind mit dem Auto gefahren. Aber toll war's trotzdem. Und nicht mal der Regenbogen (letztes Bild – wenn man genau hinsieht) wurde uns zur Strafe vorenthalten.
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