Hamburg hat die netteren Bars, es gibt Jobs für deutsche Texter und man ist schnell in Bremen – als Ausgangspunkt für eine Winery-Tour ist Auckland aber einfach besser geeignet als Barmbek-Süd. Darum stand eine solche auf der Liste mit Dingen, die ich noch machen will, ehe es zurück in den Jean-Paul-Weg geht. Als mein Liebster sich also letzte Woche zum Segeln die Bay of Islands verkrümelt hat, habe ich mir einen autobesitzenden, ortskundigen und weinliebenden Kollegen geschnappt und mir den Matakana Wine Trail zeigen lassen.
So eine Wine-Tasting-Tour ist eine prima Sache: Man fährt (oder besser lässt sich fahren) von einer Winery zur nächsten, schmeißt da ein paar Dollar in einen Topf und darf im Gegenzug Wein probieren. Dabei macht man eine Menge Weinschnack und fühlt sich sehr sophisticated, wenn man am Ende große Summen in Wein investiert, von dessen besonderer Qualität man sich soeben hat überzeugen lassen. Das Prinzip hatte ich schon vorher verstanden; der Weinschnack war, wie ich schnell feststellen musste, mein großes Manko. Mir schmeckt Wein oder eben nicht – was allerdings seltener vorkommt. Mein lieber Kollege Steve hingegen kennt sich aus. Und zwar in echt. Die Weine, die ich als "lecker" bezeichnet hätte, fand er "maybe a tiny bit too light on the berrytaste" und wenn ich etwas gerne gleich wieder ausgespuckt hätte, freute er sich über den "challenging" Geschmack. Man kann mir aber nicht vorwerfen, ich sei nicht lernfähig: Merlot ist Frauen- oder Anfängerwein. Shiraz ist häufig zu peppery,aber ein wunderbarer Wein, wenn er balanced ist. Man kann DNA-Tests mit Trauben machen, um festzustellen, ob es sich wirklich um die Traube handelt, für die man sie gehalten hat. Und die wohl wichtigste Erkenntnis des Tages: Hat man Sedimente im Wein, muss man ihn dringend und unverzüglich quer über den Tisch auf das weiße T-Shirt seiner Begleiterin spucken. Ich habe selten so über ein versautes Kleidungsstück gelacht – was natürlich nichts damit zu tun hat, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits das dritte Tasting hinter uns hatten ...
Donnerstag, 2. Februar 2012
Mittwoch, 1. Februar 2012
Getting a tattoo
Für coole Menschen ist das natürlich nichts Besonderes, aber ich hüpfe immer noch aufgeregt im Kreis und kann gar nicht glauben, dass ich es wirklich getan habe: Ich habe mir ein Tattoo stechen lassen. Hübsch, nicht wahr? (Das Tattoo, nicht ich.)
Warum ich was gemacht habe? Zwei Gründe: 1. Ich wollte schon immer ein Tattoo. 2. Es gab ein super-duper mega-günstiges Angebot, das ich einfach nicht ablehnen konnte. Hier sind nämlich – wie in Deutschland auch –Web-Portale wie Groupon oder GrabOne gerade ganz groß angesagt. Und mit dort erworbenen Gutscheinen kann man sich nicht nur für wenig Geld den Bauch vollschlagen, sondern ab und zu auch Tauchen lernen, Urlaub machen oder eben Vögel aufs Handgelenk kriegen. Anfangs stand für mich allerdings alles andere als fest, dass es denn wirklich Vögel werden würden. Der Gutschein galt schließlich für eine Stunde Tatöwieren mit vorheriger Beratung. Naiv wie ich bin dachte ich also, ich würde erstmal ausführlich beraten werden. Das sah dann allerdings wie folgt aus:
"Hi. I've got one of these vouchers and I'd like to make an appointment."
"Do you know what you want?"
"?"
"Come in on Feb 1 and bring your motif!"
Hätte das Ganze im Ambiente eines professionell wirkenden, klinisch reinen Studios stattgefunden, hätte ich mir keine weiteren Sorgen gemacht und gedacht "Hey Melissa, so geht das eben in abgefahren-angesagten Tattoo-Places". Tatsächlich handelte es sich aber um einen einzigen Raum, der gleichzeitig Studio (als ich da war, wurden gerade zwei Leute tätowiert), Büro und Pausenraum war. Und der Mensch, der sich mir als Inhaber vorstellte, war so sicher auf Droge wie der Papst einen lustigen Hut trägt. Aber weil man im Leben ja nun auch mal mutig sein muss, bin ich heute trotz all der in mir laut "NEIN!" schreienden Stimmen in die Innenstadt gepilgert um mir ein bisschen wehtun zu lassen.
Erkenntnis 1: Ja, der Typ IST auf Droge. Und zwar laut dem, was er so erzählt, eigentlich immer.
Erkenntnis 2: Sooooooooo doll tut das gar nicht weh. Zwirbelt halt ein bisschen, aber das erste Mal Augenbrauenzupfen ist schlimmer.
Erkenntnis 3: Um das Thema Deutschland kommt man auch beim tatöwierenden Schulabbrecher nicht rum.
Sein Vater(!) war nämlich schon mal in Deutschland UND er selbst tätowiert ganz oft Deutsche. Und Kiwis sind sehr naiv, was Deutsche angeht. Ziemlich lange wusste ich nicht so ganz genau, was er mir damit sagen wollte, habe dann aber irgendwann rausgehört, dass Neuseeländer seiner Meinung nach denken, wir seien alle Nazis. Er denkt das aber natürlich nicht und findet Hitler auch total scheiße und hat darum dem Typen, der einen Reichsadler auf dem Rücken haben wollte, diesen Wunsch nur widerwillig erfüllt. Na immerhin. Ansonsten haben Deutsche keinen Humor und nehmen, wenn sie Tätowierer sind, zu viel Geld für ihre Arbeit. Das Allerwichtigste aber: Mir müsse er ja nicht großartig erklären, was man auf das frische Tattoo schmiert, um es zu pflegen. Und ich so: ??? Na, VASELINE natürlich! Und bloß nicht das Kiwi-Zeug nehmen.
Als ich dann irgendwann genug von deutsch hatte, habe ich versucht, mich mit meinem italienischen Vater zu retten. Das Ergebnis waren ein ziemlich schlechter Witz über die Körperbehaarung italienischer Männer sowie die Aussage, dass er keine Italiener tätowiere. "Why'a that?" "They make appointments and then don't turn up. So I just don't give them appointments anymore." Fair enough, denke ich mal.
Dienstag, 31. Januar 2012
That's BEAUTIFUL!
Eine Sache, an die ich mich in der ganzen Zeit hier nie gewöhnt habe, ist die übertriebene Begeisterungsfähigkeit (oder zumindest die Fähigkeit, begeistert zu tun) der Kiwis, einhergehend mit einer gewissen desinteressierten Oberflächlichkeit. Nehmen wir mal an, wir sind auf einer Party in Harsewinkel oder Buxtehude und werden gefragt, was wir beruflich machen. Wir antworten und werden als Werbetexter mit großer Wahrscheinlichkeit als nächstes kritisch gefragt, was genau wir denn machen.
In Kiwi-Land hingegen würde das Gespräch vermutlich so verlaufen:
"So what do you do?"
"I'm a copywriter."
(Augen werden weit aufgerissen, die Stimme hebt sich) "REALLY? That's awesome!!!!"
Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte sagen, ich sei Putzfrau, weil ich zu blöd für die Schule war, müsse den Job jetzt aber bald wegen eines ungewollten Kindes, dessen Vater mir nicht bekannt ist, aufgeben und auf Staatskosten leben, was ich aber eigentlich eh viel besser finde – die Reaktion wäre wohl die gleiche.
Besonders schön ist das Ganze auch in den obligatorischen "Where abouts are you from?"-Gesprächen. Lustige Kiwis sagen dann Sachen wie "Jawohl Frollign!", normale Kiwis finden das natürlich beeeaaauuutiful und waren auf dem Beerfest, kennen Deutschland also wie ihre Westentasche und wollen UNBEDINGT noch mal hin.
Ähnlich ist das Ganze auch beim Essen. Als ich noch Käse verkauft habe, wurde ich täglich Zeuge, wie Kiwi-Kunden beim Probieren eines profanen Cheddars für 2,99 taten, als habe der Käsegott persönlich nur für sie diese exklusive Kreation erdacht. Ein kleines bisschen freue ich mich nach dem ganzen Awesome-Getue darum auf gutes ostwestfälisches und norddeutsches Genöle: "Schedda? Wat dat denn?"
In Kiwi-Land hingegen würde das Gespräch vermutlich so verlaufen:
"So what do you do?"
"I'm a copywriter."
(Augen werden weit aufgerissen, die Stimme hebt sich) "REALLY? That's awesome!!!!"
Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte sagen, ich sei Putzfrau, weil ich zu blöd für die Schule war, müsse den Job jetzt aber bald wegen eines ungewollten Kindes, dessen Vater mir nicht bekannt ist, aufgeben und auf Staatskosten leben, was ich aber eigentlich eh viel besser finde – die Reaktion wäre wohl die gleiche.
Besonders schön ist das Ganze auch in den obligatorischen "Where abouts are you from?"-Gesprächen. Lustige Kiwis sagen dann Sachen wie "Jawohl Frollign!", normale Kiwis finden das natürlich beeeaaauuutiful und waren auf dem Beerfest, kennen Deutschland also wie ihre Westentasche und wollen UNBEDINGT noch mal hin.
Ähnlich ist das Ganze auch beim Essen. Als ich noch Käse verkauft habe, wurde ich täglich Zeuge, wie Kiwi-Kunden beim Probieren eines profanen Cheddars für 2,99 taten, als habe der Käsegott persönlich nur für sie diese exklusive Kreation erdacht. Ein kleines bisschen freue ich mich nach dem ganzen Awesome-Getue darum auf gutes ostwestfälisches und norddeutsches Genöle: "Schedda? Wat dat denn?"
FU**ING CAR
In Neuseeland ein (gebrauchtes) Auto zu kaufen ist eine heikle Sache. Als wir hergezogen sind, hat man uns alle möglichen Horror-Storys erzählt. Über Leute, die ihr Auto verkaufen, obwohl es noch nicht abbezahlt ist, über Autos, für die Ersatzteile aus Overseas so teuer sind, als seien sie aus Gold und natürlich über Schrottkarren, denen man zu spät ansieht, dass sie ebensolche sind. Wir haben das große Los mit der letzten Option gezogen. Schon nach zwei Monaten war unser für nicht mal allzu schmales Geld erworbene Mazda Hastdunichtgesehen der Ansicht, sich einen Wellnesstag in der Werkstatt gönnen zu wollen. Irgendwas mit dem Kühler, 400 Dollar. Naaaa ja. Ende Dezember dann aber kam es endlich ganz dicke: Öllampe leuchtet, Auto macht merkwürdige Geräusche, Auto macht so merkwürdige Geräusche, dass wir lieber nicht weiterfahren. Prima. Und das natürlich nicht in der Stadt, vielleicht sogar in der Nähe von zu Hause oder einer Werkstatt, sondern mitten in den Waitakere Ranges. Die sind unter normalen Umständen in erster Linie wunderschön; wenn man mit dem Auto liegenbleibt, sind sie aber vor allem weit draußen. Es dauerte also nicht nur seeeeehr lange, bis endlich der Abschleppwagen da war, sondern kostete auch seeeehr viel Geld, eben diesen zu bezahlen. Im Preis inbegriffen war allerdings der lustige Abschleppwagen-Typ, der mir die ganze Fahrt über erzählt hat, was wir in Neuseeland alles falsch gemacht haben und noch falsch machen werden. Acht Tage Urlaub auf der Südinsel? Da braucht man mindestens drei Wochen! Und den Camper nur für da gemietet? Wenn man den auf die Nordinsel überführt, zahlt man weniger! Wohnen in Glendowie? Viel zu teuer! Arbeiten gehen? Es gibt doch den Beach! Usw. Eine Stunde, etliche gute Ratschläge und 400 Dollar später wusste ich dann zwar alles darüber, wie man in Neuseeland eigentlich leben musste, der Grund für unser Liegenbleiben blieb aber ein Mysterium. Anders als erwartet hat der Abschlepptyp für sein Geld nämlich NUR abgeschleppt und nicht auch mal unter die Motorhaube geguckt. Dafür haben wir dann einen so genannten "Mobile Mechanic" angerufen. Na ja. Streng genommen haben wir zwei davon angerufen. Der erste ist nämlich einfach nicht gekommen. War vermutlich am Beach, des Kiwis natürlicher Lebensraum, wenn die Sonne aus Versehen mal scheint. Beim zweiten Versuch hatten wir dann Glück. Ein kompetent aussehender Mechaniker klopfte am nächsten Morgen pünktlich um 8 an die Tür und brauchte nicht mal drei Minuten, um mich mit mitleidigem Blick darüber zu informieren, dass der Mazda nicht nur einen kaputten Motor hat, sondern auch eine neue Ölpumpe braucht. Jackpot. Nachdem die Werkstatt den halben Tag lang aufopfernd versucht hat, sowohl einen gebrauchten Motor als auch eine Second-Hand-Ölpumpe aufzutreiben, hat mich dann der Chef angerufen und mir feierlich eröffnet:
"I would love to take your money, but I want to keep New Zealand's reputation of an honest country."
Sehr schön.
"I would love to take your money, but I want to keep New Zealand's reputation of an honest country."
Sehr schön.
Wir auf der Südinsel
„Auckland is not New Zealand.“ Eine viel gehörte Weisheit,
die ich jetzt endlich bestätigen kann. Ende Dezember (jaaaa, ist schon ein
bisschen her ... ich war etwas schreibfaul) sind wir, also Uli, Karen und ich
in Christchurch gelandet und haben uns einen Wicked Camper abgeholt, um damit
über die Südinsel Neuseelands zu fahren. Ich weiß ... passt eigentlich gar
nicht zu uns verwöhnten Spießern, aber auch verwöhnte Spießer müssen sparen.
Außerdem sind Wicked Camper total lustig angemalt und man kriegt sie einen Tag
umsonst, wenn man den Leuten per E-Mail die Geschichte seiner Entjungferung
erzählt. (Nein, haben wir nicht gemacht.) Und so sah er aus, der Gute.
Fuhr prima bergab, brauchte erst nach 250 Kilometern eine
neue Tankfüllung und bot fast ausreichend Sitz- und Schlafplatz für drei
Personen. Immerhin stand aber auf der Heckklappe, dass Männer sind wie Mascara, weil beide beim kleinsten Zeichen von Emotion weglaufen. Wicked. Was
im Gegensatz zu sehr viel Coolness leider nicht im Mietpreis inbegriffen war:
Bettwäsche. Einen guten Teil unseres ersten Urlaubstages haben wir also damit
verbracht, uns billige Schlafsäcke zu kaufen. Wobei das so nicht ganz stimmt.
Die meiste Zeit ging für die Parkplatzsuche vor dem Kaufhaus ins Land. Wer hat eigentlich
behauptet, die Südinsel sei menschenleer und völlig verlassen? In Christchurch
(das übrigens wirklich an einigen Stellen noch deutlich erdbebengebeutelt ist)
haben wir vor lauter Leuten kaum einen Fuß vor den anderen bekommen und auf den ach so einsamen
Straßen waren mehr Camper unterwegs, als Schafe auf den Wiesen standen. Na gut; war
halt auch gerade Hauptreisezeit, wie ich kleinlaut zugeben muss. Was übrigens
offenbar in erster Linie bedeutete, dass nicht Neuseeland leer war, sondern
Deutschland. Gefühlt jeder zweite Tourist, den wir auf Campingplätzen und Co. getroffen
haben, war Deutscher. Und halbwegs vertrauenswürdige Quellen haben behauptet, dass
sich im Dezember und Januar 70.000 von uns in Kiwi-Land aufhalten. Eine ganze
Kleinstadt. Wer also nach Neuseeland kommen will, um hier Englisch zu lernen
und/oder Neuseeländer zu treffen, sollte dies im hiesigen Winter tun.
Wettertechnisch macht das eh kaum einen Unterschied. Jedenfalls dann nicht,
wenn man so viel Glück hat wie wir und mitten im Südhalbkugel-Sommer im
sonnigsten Teil Neuseelands in einen Jahrhundertregen gerät. Fast vier Tage lang
haben wir ungelogen keine einzige Regenpause gehabt. Dank Karen, unserer
Outdoor-Adventure-Beauftragten, hat uns das aber natürlich nicht davon
abgehalten, am dritten Tag drei Stunden mit einem eher offen konstruierten Delivery-Schiff
durch die Malborough-Sounds zu fahren und diese anschließend auch noch von oben
zu bewundern. „Von oben“ bedeutet übrigens, dass man sich seine Wanderschuhe
(habe ich jetzt!) anzieht und einen matschigen Walkway entlang klettert, bis
man hoch genug auf einem Berg ist, um ein Foto zu machen. Danach rutscht man
wieder runter und fühlt sich sehr, sehr nass, aber gut.
Ein ähnliches Gefühl hatte ich nach unserer
Wander-und-Kanufahr-Tour durch den Abel(!)-Tasman-Nationalpark. Diese fand am
Morgen des 1. Januars statt – wer mich kennt weiß, dass Wandern und
Kanufahren üblicherweise nicht exakt meine Pläne für diesen Tag sind. Dank
extremer Zurückhaltung am Vorabend war ich aber in der Lage, den Tag wie
folgt zu genießen: Raus aus den Federn um sechs. Vom Campingplatz losfahren um
halb acht. Drei Stunden bergauf wandern um neun. Drei Stunden Kanufahren um
eins. Tot. Richtig tot. Und das ohne Hangover. Anders als unser allen Klischees
entsprechenden Kanu-Guide. Der nämlich war nicht nur blond gelockt und braun
gebrannt, sondern hat sich auch beim silversterlichen Nacktbaden im Meer mit
einer Qualle angelegt. Die Qualle hat gewonnen, der Kanu-Guide hatte einen
roten Bauch. Natürlich war der Bauch des neuseeländischen Traumjobinhabers aber
nicht alles, was wir im Nationalpark gesehen und bewundert haben. Denn da ist
es mal wirklich schön:
Kleine Baby-Seals sieht (und riecht) man da übrigens auch, aber zu dem Zeitpunkt saß ich noch nicht sicher genug im Kanu, um Fotos zu machen.
Apropos Baby-Seals ... In Sachen Wildlife gab es ein weiteres Highlight: Wale. Und damit meine ich nicht mich am Strand. Sondern riesige Spermwhales, die man zum Spottpreis von 150 Dollar von einem eigens dafür gebauten Boot fast sehen konnte. Wenn man nicht gerade in die Kotztüte geguckt hat. Das Boot war nämlich nicht nur voller (natürlich in erster Linie deutscher) Touristen, sondern auch ziemlich schaukelig. Aber sowohl die finanzielle Investition als auch das Magengegrummeln haben sich gelohnt. Seit ich denken kann, will ich Wale sehen. Als es dann soweit war, habe ich geheult – und darum keine besseren Fotos als diese hinbekommen:
Apropos Baby-Seals ... In Sachen Wildlife gab es ein weiteres Highlight: Wale. Und damit meine ich nicht mich am Strand. Sondern riesige Spermwhales, die man zum Spottpreis von 150 Dollar von einem eigens dafür gebauten Boot fast sehen konnte. Wenn man nicht gerade in die Kotztüte geguckt hat. Das Boot war nämlich nicht nur voller (natürlich in erster Linie deutscher) Touristen, sondern auch ziemlich schaukelig. Aber sowohl die finanzielle Investition als auch das Magengegrummeln haben sich gelohnt. Seit ich denken kann, will ich Wale sehen. Als es dann soweit war, habe ich geheult – und darum keine besseren Fotos als diese hinbekommen:
Wer aufgepasst hat, sieht übrigens, dass auf dem letzten Bild kein Wal, sondern Delphine zu sehen sind. Die gab's gratis dazu.
Mittwoch, 9. November 2011
Mitbewohner
Im Gegensatz zum großen Nachbarn Australien gibt es hier in Neuseeland eigentlich keine spektakulären Tiere. Also bis auf Kiwis natürlich, aber die gibt's nur, wenn man entweder auf meist erfolglose Nachtwanderungen durch den Wald steht oder in den Zoo geht. Zahlreich vorhanden sind dagegen alle möglichen kleinen und mittelgroßen Biester, die ich aufgrund meines biologischen Unwissens mal unter "Insekten" zusammenfasse. Der Ausdruck "creepy crawly" trifft es vermutlich ganz gut.
Als wir in unser Zimmer im Boarding House in Mt Eden gezogen sind, ist uns in der Küche ein merkwürdiger weißer Kasten aufgefallen, den wir nach einer Minute Drübernachdenken als Raumduftzerstäuber eingestuft haben. Im weitesten Sinne war das sogar zutreffend. Die Dinger geben allerdings neben frischem Zitrusduft in erster Linie Insektenvernichtungsmittel in die Luft ab. Und so ziemlich JEDER hat so was im Haus. Wir auch. Als wir nämlich umgezogen sind, hat uns gleich am ersten Tag in der neuen Küche eine monströs große Cockraoch Guten Tag gesagt. Und wenn etwas bei mir wohnen will, was kein niedliches Kätzchen, Baby-Zwergflusspferd oder Meerschweinchen ist, verstehe ich keinen Spaß. Ich bin also ab in den Supermarkt und habe von jedem angebotenen Produkt das giftigste gekauft – inklusive zweier so genannter Anti-Floh-Bomben, die, wie uns berichtet worden ist, hier öfter mal gezündet werden müssen. Dann nämlich, wenn einem alles juckt und der Arzt keine andere Erklärung als Flöhe in der Wohnung findet. Tatsächlich angewendet haben wir die Bomben nicht, aber es ist ein beruhigendes Gefühl, a) sie dazuhaben und b) zu wissen, dass man sich nicht schämen muss, sie dazuhaben, weil "flea bombing" hier ein allgemein anerkanntes Wochenend-Hobby ist. Was wir dagegen nahezu täglich machen, ist Nacktschnecken aus unserem Wohnzimmer zu entfernen. Kein Witz. Und erst Recht kein Spaß. Ich habe keine Ahnung, wie die Viecher das machen, aber sie kommen fast jede Nacht aus dem Garten ins Haus und schleimen hier den Teppich voll. Dabei lasse ich höchst selten mal einen Salatkopf auf dem Boden liegen. Ts.
Als wir in unser Zimmer im Boarding House in Mt Eden gezogen sind, ist uns in der Küche ein merkwürdiger weißer Kasten aufgefallen, den wir nach einer Minute Drübernachdenken als Raumduftzerstäuber eingestuft haben. Im weitesten Sinne war das sogar zutreffend. Die Dinger geben allerdings neben frischem Zitrusduft in erster Linie Insektenvernichtungsmittel in die Luft ab. Und so ziemlich JEDER hat so was im Haus. Wir auch. Als wir nämlich umgezogen sind, hat uns gleich am ersten Tag in der neuen Küche eine monströs große Cockraoch Guten Tag gesagt. Und wenn etwas bei mir wohnen will, was kein niedliches Kätzchen, Baby-Zwergflusspferd oder Meerschweinchen ist, verstehe ich keinen Spaß. Ich bin also ab in den Supermarkt und habe von jedem angebotenen Produkt das giftigste gekauft – inklusive zweier so genannter Anti-Floh-Bomben, die, wie uns berichtet worden ist, hier öfter mal gezündet werden müssen. Dann nämlich, wenn einem alles juckt und der Arzt keine andere Erklärung als Flöhe in der Wohnung findet. Tatsächlich angewendet haben wir die Bomben nicht, aber es ist ein beruhigendes Gefühl, a) sie dazuhaben und b) zu wissen, dass man sich nicht schämen muss, sie dazuhaben, weil "flea bombing" hier ein allgemein anerkanntes Wochenend-Hobby ist. Was wir dagegen nahezu täglich machen, ist Nacktschnecken aus unserem Wohnzimmer zu entfernen. Kein Witz. Und erst Recht kein Spaß. Ich habe keine Ahnung, wie die Viecher das machen, aber sie kommen fast jede Nacht aus dem Garten ins Haus und schleimen hier den Teppich voll. Dabei lasse ich höchst selten mal einen Salatkopf auf dem Boden liegen. Ts.
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