Montag, 13. Juni 2011
Fahrradfahren
Okay, die erste echte Fahrt habe ich hinter mir – uha. Nicht nur, dass es hier überall extrem anstrengende Hügel gibt; Auckland hält es scheinbar nicht für nötig, so etwas wie Radwege zu haben. Wozu auch? Außer mir fährt ja scheinbar niemand mit dem Rad. Stattdessen setzt sich jeder für noch so kurze Strecken ins Auto und brüllt völlig verausgabte kleine Missys an, sie sollen doch gefälligst runter vom Fußweg, das sei against the law. Bitteschön, dankesehr, leck mich. Ich bin doch nicht lebensmüde und fahre mitten auf der dreispurigen Straße. Aber: So ist das hier wohl eigentlich gedacht. Hin und wieder sieht man dann nämlich doch das ein oder andere Fahrradsymbol auf dem Asphalt. Zwischen der Bus Lane, (die hier untereinander "Lane Bus" geschrieben wird, weil man ja schließlich erst das liest, was unten steht ...), und Hauptverkehrsweg für tausende motorisierte Aucklander, die noch nie ein Fahrrad von Nahem gesehen haben. Aber was will man machen? Na ja ... jedenfalls nicht mehr auf zwei Rädern in die Stadt pedalen. Morgen versuche ich es mal zur Arbeit. Fingers crossed bitte.
Sonntag, 12. Juni 2011
Ab aufs Rad!
Wäre ich weniger eitel, gäbe es an dieser Stelle ein Bild von mir mit meinem neuen Fahrradhelm. Ich habe mir nämlich heute ein Rad gekauft – und wer in Neuseeland ein Fahrrad hat, der braucht auch einen Helm. Das ist gesetzlich geregelt und ausnahmsweise auch mal sinnvoll. Denn als Radfahrer ist man hier eine Art exotische Tierart: selten und extrem gefährdet. Darum ist es auch nicht ganz einfach, einfach ein Fahrrad zu kaufen. Man bekommt Mountain Bikes und teure Rennräder en masse, kann sich entscheiden zwischen 21 und 28 Gängen – ein Fahrrad, das nichts tut, als einen von A nach B zu bringen aber ... das ist etwas ganz Besonderes. Und ich habe jetzt so was! Mal sehen, wie lange ich es durchhalte, wirklich damit zur Arbeit zu fahren ... ist ja so schlimm hügelig hier. Solltet ihr also länger nichts von mir lesen, bin ich entweder mit Rechts- und Linksverkehr durcheinander geraten oder liege im Sauerstoffzelt.
Freitag, 10. Juni 2011
Puuuh!
Ich bin beruhigt – man hatte mir ja immer wieder und von vielen Seiten erzählt, dass es schwierig sei, mit Kiwis (also mit Kiwi-Menschen) in Kontakt zu kommen, wenn man davon ausgeht, dass "in Kontakt kommen" mehr bedeutet, als das übliche "How r u good and u"-Spiel zu spielen. Aber: Mit Bier geht alles besser. Endlich mal etwas, was am anderen Ende der Welt genau so zuverlässig klappt, wie ich es gewohnt bin. Jetzt weiß ich über meinen Butcher-Kollegen nicht nur, dass er Butcher ist, sondern auch, dass er sein lustiges Tattoo bereut, dass er seine Ausbildung drei Monate vor Ende geschmissen hat, weil sein Chef scheiße war und dass es in Neuseeland Leute gibt, die sich vor dem Spiegel den Namen ihres Stadtteils auf die Stirn tätowieren und dann feststellen, dass sie sich den Namen ihres Stadtteils – surprise, surprise – spiegelverkehrt auf die Stirn tätowiert haben.
Und mein Butcher-Kollege weiß endlich, dass ich manchmal echt Probleme habe, seinen komischen Kiwi-Slang zu verstehen. Danke, Peroni.
Und mein Butcher-Kollege weiß endlich, dass ich manchmal echt Probleme habe, seinen komischen Kiwi-Slang zu verstehen. Danke, Peroni.
Mittwoch, 8. Juni 2011
I think ...
... it is ziemlich lustig, dass meine italienische Kollegin "I think" ausspricht wie "I finde".
Dienstag, 7. Juni 2011
Wooooooooooooooooooow!
In Sachen "stunning views" tritt hier ja ziemlich schnell ein gewisser Gewöhnungseffekt ein ... Insel, Hügel, Berge, Meer und noch mehr Meer ... gäääähn. Aber die Bay of Islands ist einfach ... na ja ... beautiful. Ich möchte sogar soweit gehen zu sagen awesome!
Und es gibt Delphine ("Just like the one you could see on the TV show Flipper") zu sehen.
Freitag, 3. Juni 2011
Mutlikulti
Keine moderne Metropole, die ansatzweise etwas auf sich hält, würde in einer schicken Imagebroschüre darauf verzichten, sich – oder mindestens das ein oder andere Viertel – als "multikulturell" zu bezeichnen. Alles lachhaft, wenn man mal ein paar Wochen in Auckland war. Laut Wikipedia leben in Neuseeland knapp viereinhalb Millionen Menschen, davon 67,6% europäisch stämmige Kiwis, 14,6% Māori, 9,6% Asiaten und 6,9% Pacific Islanders. Das ist schon aufgeschrieben ziemlich bunt. Wenn man dann aber noch bedenkt, dass Europa ja gar nicht ein großes Land ist, und Spanier in echt ebenso wenig Dänen sind, wie Benjamin-Gouda Käse oder Rosenkohl lecker, wird’s richtig spannend.
Darum gibt es hier auch nicht nur Kurse, in denen man lernt, wie man feststellt, ob jemand alt genug ist, um Alkohol zu kaufen, sondern auch solche, die sich Effective Intercultural Communication at Work nennen. Was da wohl auf dem Lehrplan steht? Zeichensprache? Die zumindest wende ich an der Deli-Theke an, wenn es gar nicht mehr anders geht und aus meinem Mund kein Englisch mehr kommt, sondern nur noch Fusseln. Sorgt nicht immer dafür, dass jemand versteht, was ich will – aber meistens für mindestens einen Lacher. Und Lachen versteht nun wirklich jeder ...
Darum gibt es hier auch nicht nur Kurse, in denen man lernt, wie man feststellt, ob jemand alt genug ist, um Alkohol zu kaufen, sondern auch solche, die sich Effective Intercultural Communication at Work nennen. Was da wohl auf dem Lehrplan steht? Zeichensprache? Die zumindest wende ich an der Deli-Theke an, wenn es gar nicht mehr anders geht und aus meinem Mund kein Englisch mehr kommt, sondern nur noch Fusseln. Sorgt nicht immer dafür, dass jemand versteht, was ich will – aber meistens für mindestens einen Lacher. Und Lachen versteht nun wirklich jeder ...
Mittwoch, 1. Juni 2011
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